Leserbrief aus dem Deutschen Ärzteblatt, Januar 2010

von Dr. med. Christan Deindl (MBA)
Leserbrief aus dem Deutschen Ärzteblatt, Jg. 107, Heft 1–2, 7. Januar 2010 „Gesundheitsbasar“

Mit dem Ergebnis der Bundestagswahlenist aus Patienten- und Ärztesichtvor allem die Erwartungverknüpft, dass Gesundheitspolitikim Gegensatz zu den vergangenenJahren wieder ideologiefrei sowieleistungs- und qualitätsorientiert erfolgensoll. Umso bedenklicher erscheintes, wenn Schmidt und Lauterbachvon Banken und Unternehmensberaternabgelöst werden. WirÄrzte, die unter der bisherigen zentralistischenGesundheitspolitik genugzu leiden hatten, sollten nachdieser Erfahrung sehr darauf bedachtsein, die gesundheitspolitischeEntwicklung in unserem Landenicht wieder medizinfernen Einflüsterernzu überlassen. Es kannnicht sein, dass Fliege und Dienstwagenvon Nadelstreifen undVictoryzeichen abgelöst werden.Medizin ist und bleibt eine Qualitätswissenschaftmit ethischen undsozialen Grundsätzen. Selbstverständlichmuss einer nachweislichqualifizierten und hochspezialisiertenärztlichen Leistung ein entsprechendangemessenes und gutes Honorarfolgen. Nur darf dabei derBegriff Gesundheitsmarkt nicht mitGesundheitsbasar verwechselt werden. Der in dem zitierten Artikelerwähnte „zweite Gesundheitsmarkt“in Kombination mit demBegriff „Abschöpfen“ unterstreichtnur allzu deutlich die Intention, mitden gängigen Mitteln und Methodenaus der Banken- und Beraterbranchein der Medizin ökonomischenErfolg zu erzielen gemäßdem Motto: Dollarzeichen stattÄskulapstab. Vielleicht wäre es inder Zukunft angebrachter, Meldungenwie die hier zitierte am Endeder jeweiligen Ausgabe des DÄ unterVerschiedenes zu veröffentlichenund nicht durch den Abdruckauf einer der ersten Seiten Wichtigtuereiden Glanz von Wichtigkeitzu verleihen.

Dr. med. Ch. Deindl

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